Engelbert, um 1185 auf Schloß Burg geboren, Graf von Berg, 1216-1225 Kölner Erzbischof und Reichsverweser, war früh zum geistlichen Stand bestimmt und in der Kölner Domschule erzogen worden. Hochgewachsen, stark und in den Waffen geübt, ein leidenschaftlicher Jäger und beliebter Gesellschafter, jedermanns Freund und doch um eine Kopflänge über alle erhaben, schien er zum Herrschen geboren. Als er 1216 vom Kölner Domkapitel zum Erzbischof gewählt wurde, gewann er dank seiner scharfen Beobachtungsgabe, seines raschen Urteils und seiner echten menschlichen Herzensgüte alle Herzen im Sturm. Der geringste Tagelöhner durfte ungehindert seine Klagen vor ihn bringen und in Teuerungszeiten sicher sein, daß die Kornkammern des Erzbischofs ihn vor dem Verhungern schützten. Klöster und ihren Besitz bewahrte er vor der gierigen Hand der Adligen, die ihr Amt als Klostervogt oft schamlos ausnutzten.
Solange Engelbert die Geschicke des Reiches als Reichsverweser und Pfleger des erst achtjährigen Königs Heinrich führte, waren Frieden, Recht und Wohlstand in Deutschland, weil die Großen ihn fürchteten und das geringe Volk ihm begeistert anhing. Jahrelang kämpfte er z.B. gegen sittenlose, geizige und bestechliche Priester. Er ruhte nicht, bis diese weitverbreiteten Laster durch zahlreiche Provinzsynoden ausgerottet waren.
Der Schutz der Kirchen und Klöster aber, den er vor allem auf seine Fahne geschrieben hatte, kostet ihn selbst das Leben. Sein Neffe, Graf Friedrich von Isenburg, dem er zeitlebens nur Wohltaten erwiesen hatte, konnte es nicht verwinden, daß Engelbert ihm die Unterdrückung der Soester Kirche und des Stiftes Essen untersagte. Als Opfer seines unbeugsamen Gerechtigkeitssinns wurde Engelbert am 7. November 1225 in einem Hohlweg zwischen Gevelsberg und Schwelm ermordet. Man gedachte, den Toten auf die Burg Neuenberge zu bringen, dort aber zog die feige Besatzung die Fallbrücke hoch und verwehrte den Einlass.
Auf einem Wandgemälde im Rittersaal von Schloß Burg sind diese Szenen dramatisch wiedergegeben. Da sieht man auch den Prior von Altenberg, Randulf, der zu diesem Zeitpunkt gerade auf Neuenberge weilte und sich entschloss, den Leichnam in die Abtei zu geleiten. Hier bahrte man ihn auf. Sein Herz wird seitdem in einem Reliquiar im Altenberger Dom aufbewahrt.
Das Namensfest feiern wir an seinem Todestag, dem 7. November.