Zum Inhalt springen

St. Engelbert

Foto von der Kirche St. Engelbert Voiswinkel

Gottes Zelt auf Erden

Schon 1950 wurde aus einer ehemaligen Wehrmachtsbaracke eine Notkirche erstellt. Die heutige Kirche wurde ab 1961 nach den Plänen des Architekten Herbert Herrmann, Trier erbaut und am 23. Juni 1963 geweiht.

Sie stellt in einer quadratischen Grundform ein Zelt dar: "Siehe das Zelt Gottes unter den Menschen. Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein" (Offb 23,1). Bergende Mauern umfassen die versammelte Gemeinde. Sie lassen den Raum im Dunkeln - Sinnbild unserer Welt mit Dunkel und Schatten. Nach oben hin ist der Raum geöffnet. Durch ein großes dreieckiges Fenster fällt das Licht ein: Von Gott kommt Licht in alles Dunkel.

Gottesdienste

Heilige Messen finden in St. Engelbert in der Regel zu folgenden Zeiten statt:

  • am 1. und 3. Sonntag des Monats um 8:30 Uhr
  • am 1. Freitag im Monat (Herz-Jesu-Freitag) um 19:00 Uhr

Die Zeiten aller aktuellen Gottesdienste (auch mögliche Abweichungen von der Regel) entnehmen Sie bitte unserer aktuellen Gottesdienstordnung.

Engelbert, 1185-1225

Engelbert, 1185-1225

Engelbert, um 1185 auf Schloß Burg geboren, Graf von Berg, 1216-1225 Kölner Erzbischof und Reichsverweser, war früh zum geistlichen Stand bestimmt und in der Kölner Domschule erzogen worden. Hochgewachsen, stark und in den Waffen geübt, ein leidenschaftlicher Jäger und beliebter Gesellschafter, jedermanns Freund und doch um eine Kopflänge über alle erhaben, schien er zum Herrschen geboren. Als er 1216 vom Kölner Domkapitel zum Erzbischof gewählt wurde, gewann er dank seiner scharfen Beobachtungsgabe, seines raschen Urteils und seiner echten menschlichen Herzensgüte alle Herzen im Sturm. Der geringste Tagelöhner durfte ungehindert seine Klagen vor ihn bringen und in Teuerungszeiten sicher sein, daß die Kornkammern des Erzbischofs ihn vor dem Verhungern schützten. Klöster und ihren Besitz bewahrte er vor der gierigen Hand der Adligen, die ihr Amt als Klostervogt oft schamlos ausnutzten.

Solange Engelbert die Geschicke des Reiches als Reichsverweser und Pfleger des erst achtjährigen Königs Heinrich führte, waren Frieden, Recht und Wohlstand in Deutschland, weil die Großen ihn fürchteten und das geringe Volk ihm begeistert anhing. Jahrelang kämpfte er z.B. gegen sittenlose, geizige und bestechliche Priester. Er ruhte nicht, bis diese weitverbreiteten Laster durch zahlreiche Provinzsynoden ausgerottet waren.

Der Schutz der Kirchen und Klöster aber, den er vor allem auf seine Fahne geschrieben hatte, kostet ihn selbst das Leben. Sein Neffe, Graf Friedrich von Isenburg, dem er zeitlebens nur Wohltaten erwiesen hatte, konnte es nicht verwinden, daß Engelbert ihm die Unterdrückung der Soester Kirche und des Stiftes Essen untersagte. Als Opfer seines unbeugsamen Gerechtigkeitssinns wurde Engelbert am 7. November 1225 in einem Hohlweg zwischen Gevelsberg und Schwelm ermordet. Man gedachte, den Toten auf die Burg Neuenberge zu bringen, dort aber zog die feige Besatzung die Fallbrücke hoch und verwehrte den Einlass.

Auf einem Wandgemälde im Rittersaal von Schloß Burg sind diese Szenen dramatisch wiedergegeben. Da sieht man auch den Prior von Altenberg, Randulf, der zu diesem Zeitpunkt gerade auf Neuenberge weilte und sich entschloss, den Leichnam in die Abtei zu geleiten. Hier bahrte man ihn auf. Sein Herz wird seitdem in einem Reliquiar im Altenberger Dom aufbewahrt.

Das Namensfest feiern wir an seinem Todestag, dem 7. November.

Der umgestaltete Altarraum

Der umgestaltete Altarraum

Das Dreieck auch innen und außen an der Dachform erkennbar, ist Symbol für die Göttliche Dreifaltigkeit: Vater - Sohn - Heiliger Geist.
Anlässlich einer Umgestaltung des Altarraumes 1991 entstand das Altar-Fresko von Klaus Balke, Köln: "Auf dem Weg zur Vollendung"

Altarkreuz

Altarkreuz

Dieses Kreuz hing seit 1810 im sogenannten "Heiligenhäuschen" in der Odenthaler Dorfstraße. Es gehört in eine Reihe bedeutender Kreuze der Rheinischen Skulptur aus der Zeit 1390 - 1440. Die Herkunft liegt im Dunkeln, eine Verbindung nach Altenberg ist möglich. Anfang der 80er Jahre wurde das Kreuz nach einer gründlichen Untersuchung im Rheinischen Amt für Denkmalpflege restauriert.

Altarbild in St. Engelbert

Altarbild in St. Engelbert

Auf dem Weg zur Vollendung - die ganze Schöpfung, die Weltgeschichte, auch unser eigenes Leben auf diesem Weg.

Dieser Weg ist dargestellt in den Bildern der Genesis und Offenbarung, des ersten und des letzten Buches der Bibel. Hintergrund sind die sich überlagernden Sonnenstände als Bild für den Fortgang der Zeit.

In die Sonnenkreise sind 7 Doppelbilder hineingemalt, entsprechend den 7 Schöpfungstagen (grün) und den 7 Posaunen der Offenbarung (rot).

Links und rechts Mose und Elija: Mose hält die Gesetzestafel, Elija fährt mit einem feurigen Wagen in den Himmel auf. Sie sind Mahner zur Treue Gott gegenüber und Künder der Hoffnung auf Vollendung bei Gott.

Die Bilder der Offenbarung sind teilweise Bilder des Schreckens. Dennoch hat die Christenheit die Offenbarung als "Trostbuch" verstanden. Denn Gott bleibt der Sieger über alle bösen Mächte.

Das Bild ist Anruf an den Betrachter:

  1. den Schöpfer anzubeten und seine Schöpfung zu bewahren,
  2. sich zu entscheiden: auf welcher Seite stehe ich angesichts der Schrecken, Ängste und der Verwirrung in der Welt.

Künstler: Klaus Balke, Köln. Entwurf: Herbst 1989, Ausführung: April-Mai 1991.

Altarbild in St. Engelbert: 1. Tag

1. Tag: "Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser." Gen 1,2.

1. Posaune: "Ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer... Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer." Off 4, 1-2.6.

Gott sitzt auf seinem Thron, d.h. er ist und bleibt der Herr. Das Böse hat keine bleibende Macht. Der Blick auf Gott, der über dem Gewoge der Zeiten thront, lässt uns vertrauen und hoffen.

Altarbild in St. Engelbert: 2. Tag

2. Tag: "Gott schied das Wasser unterhalb des Himmelsgewölbes vom Wasser oberhalb." Gen 1, 6-8.

2. Posaune: Verderben. "Da wurde etwas, das einem großen brennenden Berg glich, ins Meer geworfen. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut." Off 8,8.

Gigantische Katastrophen wie die Verunreinigung des Wassers sollen die Menschen wachrütteln und zur Umkehr bewegen.

Altarbild in St. Engelbert: 3. Tag

3. Tag: Im Wasser wird das Trockene sichtbar, die Erde mit allen Pflanzen. Gen 1, 9-13.

3. Posaune: Verwüstung. "Vier Engel standen an den 4 Ecken der Erde. Sie hielten die 4 Winde der Erde fest." Off 7,1. "Binde die 4 Winde los." Off 9,14.

Gewaltige Verwüstungen suchen die Erde und die Menschen heim -äußerlich und innerlich-, wenn tobende Gewalten erst einmal entfesselt sind.

Altarbild in St. Engelbert: 4. Tag

4. Tag: "Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe." Gen 1, 14-19.

4. Posaune: Absturz. "Ein Drittel der Gestirne stürzte ab und verlor seine Leuchtkraft." Off 8,12.

Die Gestirne ziehen ihre vom Schöpfer vorbestimmte Bahn - ein Bild der Harmonie und der Hoffnung. Aber alles kann aus dem Gleichgewicht geraten. Im Menschen selber können viele Hoffnungen abstürzen, wenn er innerlich aus den Fugen gerät.

Altarbild in St. Engelbert: 5. Tag

5. Tag: Gott schuf die Fische und die Vögel. Gen 1, 20-23.

5. Posaune: Unheilsboten. "Aus dem Schacht eines Abgrunds stieg Rauch auf, Sonne und Luft wurden verfinstert. Aus dem Rauch kamen Heuschrecken. Sie fügen den Menschen Schaden zu, die das Siegel Gottes nicht auf der Stirn haben." Off 9, 1-5.

Fische und Vögel - Bilder einer harnionischen Entwicklung. Noah empfing in der Arche die Taube mit dem grünen Zweig -Zeichen des Lebens. Was macht der Mensch? Er verspielt immer wieder das Paradies. Manchmal können Unheilsereignisse die Menschen wieder auf Gott aufmerksam machen.

Altarbild in St. Engelbert: 6. Tag

6. Tag: "Gott schuf den Menschen als sein Abbild." Gen 1,27.

6. Posaune: Tod. "Ein Drittel der Menschen wurde getötet." Off 9, 18-21.

Im Bild zur Genesis legt der Künstler ein persönliches Bekenntnis ab: "Der Mensch schlechthin ist für mich Jesus Christus." So malt er die Geburt Jesu. Mit ihm beginnt die Schöpfung nochmals neu, er besiegt den Tod und bringt das Leben, versöhnt uns mit Gott.

Altarbild in St. Engelbert: 7. Tag

7.Tag: Die Schöpfung ist vollendet - ein Paradies, Wohnung für den Menschen. Gen 2,8.

7. Posaune: Vollendung. "Laute Stimmen riefen: Die Herrschaft gehört Gott und seinem Gesalbten. Die Völker gerieten in Zorn. Da kam dein Zorn und die Zeit, deine Knechte zu belohnen und alle zu verderben, die die Erde verderben. Und im Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar." Off 11, 15 - 19.

Gott schenkt das Paradies zurück: der Mensch lebt wieder im Frieden mit sich, mit der Schöpfung und mit Gott.

An dieser Stelle ist der Tabernakel (= Bundeslade) angebracht: Gott wohnt in Jesus schon jetzt mitten unter uns. Darauf bezieht sich das Spruchband an den Außenwänden des Bildes: "Das Wort ward Fleisch und wohnt mitten unter uns." Joh 1,14.

Seine Gegenwart tröstet und stärkt uns. Er sagt: "Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf. Erhebt eure Häupter. Denn eure Erlösung ist nahe." Lk 21, 28.

St. Engelbert

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
8:00 - 16:00 Uhr und zu den Gottesdiensten

Kirchweg
51519 Odenthal-Voiswinkel
Telefon:02174 4533